Podologische Praxis Batic - Praxis

Einleitung

Die Pflege seiner Füße und Hände dürfte für den Menschen schon seit seiner frühesten Entwicklungszeit eine große Bedeutung gehabt haben.

Für alle Lebewesen, die mit einzelnen Körperteilen ständig oder immer wieder auf dem Boden stehen, ist eine instinktive oder gewollte Kontrolle der Kontaktflächen überlebenswichtig, vor allem um ihre Mobilität zu bewahren.

Im folgendem skizziere ich die Entwicklung von einer rein pflegerischen Zuwendung bis zur Etablierung der nichtärztli- chen Heilkunde am Fuß (Podologie), auch unter der Betrach- tung von soziokulturellen Aspekten

Hauptteil

Frühzeit
Oft läßt sich bei Haus- oder Zootieren die häufige und inten- sive Pflege ihrer Gliedmaßen beobachten. Es gibt keinen Grund, warum sich nicht auch Menschen seit ihrer frühesten Geschichte um ihrer Füße kümmerten.

Ihr anfangs barfüßiges Vorwärtskommen war stark vom Gesundheitszustand ihrer Berührungsflächen zum Boden abhängig. Spitze oder scharfkantige Gegenstände, eindrin- gende Dorne und Stacheln hinterlassen Fremdkörper im Gewebe oder haben Stich- oder Schnittwunden zur Folge. Auch Bisswunden von sich wehrenden Tiere sind möglich. Daraus resultierende Entzündungen behinderten ein Vor- wärtskommen oder machten dieses sogar unmöglich. Eine solche Einschränkung konnte neben medizinischen Folgen auch eine lebensgefährliche Distanz zu einer sozialen Ge- meinschaft bedeuten. Der Anschluss an weiterziehende Gruppen ging verloren.

Die Entwicklung und der Gebrauch der Hände (Pinzettengriff) erleichterte die Fußpflege erheblich. Auch einfache Werkzeuge wie längere Pflanzenstachel, Holz- oder Steinsplitter können zur Entfernung von Fremdkörpern nütz- lich sein.

Der nächste Schritt war mutmaßlich die Anwendung und Entwicklung von Substanzen wie Kräuterextrakte zur Wund- heilung und Fette als Schutzfunktion. Fußsäcke und Stiefel- artige Schuhe waren in der letzten Eiszeit bekannt (https:// de.wikipedia.org/wiki/Schuh#Geschichte , März 2023 )

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Zeit der Pharaonen

Chinesen und Ägypter gönnten sich schon in den ersten Jahrtausenden vor der Zeitenwende aufwendige Fußpflege- maßnahmen. Bemalung mit Lackfarben und die Länge der Fußnägel deuteten auf eine hohe gesellschaftliche Stellung hin. Man wollte zeigen, daß man sich gepflegte Füße leisten kann und seine Füße nicht zu sehr beanspruchen muß.

 Daß erste Darstellungen von "fußpflegerischen Handlungen" erst für die Zeit um 2500 v.Chr. datiert sind, heißt nicht, dass es diese nicht schon viel früher gab. Hornhautraspeln und Nagelfeilen wurden in Ägyptischen Gräbern gefunden. Die Kenntnis über Herstellung, Rezeptur und Anwendung von Salben werden in einem Beitrag der Firma Romana Stiegle-cker für die Zeit um 1500 vor Chr. datiert (https://koerperbe-handlungen.at/faq-die-geschichte-der-fusspflege/ , 3/2023). Auch die Gründe für die Pflege wie "Fußschweiß, kranke Füße, kranke Zehen, Hühneraugen, und die Mattigkeit in den Beinen".

Nagellack und Pediküre war Chinesen schon seit 5000 Jahren ein Anliegen, auch um sich gesellschaftlich abzuhe-ben, behauptet die Fußpflegerin Annet Steffen (https://fus-sundmehr-steffen.de/content/62/29/fusspflege, 3/2023 ). Die Lackfarben und die Länge der Fußnägel deuteten auf eine bestimmte gesellschaftliche Stellung hin. Man konnte sich eine aufwendige Fußpflege leisten.

Antike

Schon in der griechischen Sage um den Trojahelden Odys- seus wurde dessen Fußwaschung erwähnt aber die bekann- teste Waschung ist aus der Bibel (Johannesevangelium) bekannt. Jesus Christus wusch seinen Begleitern nach dem Abendmal als Zeichen seiner Gastfreundschaft die Füße. Daraus entstand bald eine viel nachgeahmte Handlung als lithurgischer Akt im ganzen Christentum.

Griechen und Römer benannten und behandelten Hühneraugen und Klumpfüße. Der römische Arzt Claudius Galen verfasste Schriften mit Angaben zur Therapie von verletzten Schwielen und Nägeln, die noch im Mittelalter angewendet wurde. Die Erfindung des Scrapers zur Entfernung von abgestorbenen Hautstellen an den Füßen wird den Römern zugeschrieben. Im Griechisch-Ägyptischen, aber auch im Chinesischen Kulturraum war die Verzierung von Füßen mit Schmuck und Farbe verbreitet.

Über die antike Behandlung von Hühneraugen schreibt Stieglecker beschreibt folgendes: „Ein Zeitgenosse des Kaisers Tiberius nämlich Aulus Cornelius (25v. – 25n.Chr) rät in seinem Werk „De Medicina“, Hühneraugen bis zur Wurzel auszuschneiden, und empfiehlt die Verwendung der Asche von Weidenrinde (Salicyl). Eine detaillierte Beschreibung gibt es von Paul von Aegina (7. Jh. n. Chr.) der chirurgisch vor-ging. „Wir schneiden das Hühnerauge ringsum ein, fassen es mit einer Pinzette und schneiden es mit einem Rabenschna-belmesser oder mit der Aderlasslanzette mit der Wurzel aus“. Auch berichtete er von Erfolgen mit ätzenden Arzneien, dem sogenannten kalten Kauterium. Um das Wiedereinwachsen des Hühnerauges zu verhindern, verwendeten auch einige das Glüheisen. Marcellus Empiricus (379 n.Chr.) absonderli-cher Vorschlag die Asche eines verbrannten Schuhs mit Öl zu mischen und aufzutragen war wenig erfolgversprechend.“ (https://koerperbehandlungen.at/faq-die-geschichte-der-fusspflege/März 2023)

Mittelalter

Die Kunst der medizinischen Fußbehandlung wurde weit gehenst von der Antike ins Mittelalter und die Neuzeit übertragen. Jetzt widmeten sich aber zusehends Betreiber von öffentlichen Badstuben, sogenannte Bader, verschiedensten Arten der Körperpflege. In den Städten wurden hier neben Zahnproblemen, Knochenbrüchen und Wunden aller Art auch Füße behandelt. Der Landbevölkerung stellten umher- ziehende Barbiere ihre Heil- und Pflegekünste zur Verfügung. Den Beruf eines Arztes mit gehobenen chirurgi- schen Ansprüchen durften sie jedoch nicht ausüben.

Die benötigten Geräte und Instrumente (Zangen, Schaber, Messer u.ä.) stellten sie meist selber her. (https://www.orthopaedie-rosenbach.de/files/rosenbach/img/ Downloadbereich/Die%20Geschichte%20der%20Fusspflege.pdf März 2023)

Die Füße von Pilgern und anderen Reisenden behandelten Geistliche in den von der Kirche betriebenen Unterkünften und Klöstern Die Kunst des Mehndi (ornamentale Bemalung der Füße mit Henna) hat eine lange Geschichte und geht in Indien auf das 12. Jahrhundert zurück. Eine negative Nebenerscheinung des Kults um die Füße war das seit dem 10. Jahrhundert angewandte traditionelle Füße- binden im Chinesischen Kulturraum. Dabei wurde durch Brechen der Knochen und anschließendem Abbinden die Glieder zur sogenannten „Lotusfüßen“ deformiert um einem zweifelhaften Schönheitsideal zu entspechen

Neuzeit und Gegenwart

Erst im 17. Jahrhundert traten Fußpfleger als Spezialisten in ihrem Metier auf. Eine Blütezeit erreichte die Fußpflege im 18. Jahrhundert in England und Frankreich. Wer bei Hofe etwas auf sich hielt, der bestellte regelmäßig den „chiropodist“ oder „pédicure“ ein. Auch erschienen ersten Fachbücher zum Thema. Mit der Industrialisierung in Deutschland wurde 1897 ein Handwerkerschutzgesetz erlassen und damit den Hand werkskammern die Regelung der Ausbildung übertragen. Laut Verordnung wurde den Friseuren der Beruf des Fuß- pflegers als Handwerk zugeordnet. Eine besondere Berufs- oder Ausbildungsordnung gab es jedoch nicht. Es reichte aus der Innung der Friseure beizutreten. Erste professionellen Fußpflegepraxen wurden eröffnet. (aus der Veröffentlichung der HELLMUT RUCK GmbH, https://hellmut-ruck.de/blog/vom-bader-zum-podologen-wie-die-fusspflege-zum-medizinischen-fachberuf-wurde März 2023).

Vor ca. 60 Jahren schlossen sich die deutschen Fußpfleger in einem Zentralverband zusammen. 30 Jahre später ent- stand die erste Berufsfachschule für Fußpflege (Podologie) in Braunschweig. Aber erst 2002 tritt das Podologengesetz in Kraft, das den Beruf des Podologen und seine Tätigkeitsfel- der vereinheitlicht. Der moderne Beruf des Podologen erfor- dert eine fundierte Ausbildung, die während einer zweijähri- gen Vollzeitschule erworben wird. Der Podologe hilft Patienten aus Risikogruppen wie Diabetikern, Blutern, aber auch Patienten mit Durchblutungsstörungen und/oder Neuropathien, ihre erkrankten Füße zu heilen.

Eine falsche Selbst- oder Fremdbehandlung kann zu erheblichen Schäden in Form von Infektionen oder gar Amputationen führen.

Dies durch geeignete Behandlung zu vermeiden, ist die verantwortungsvolle - auch von Krankenkassen anerkannte -Kunst der Podologischen Fußpflege und unterscheidet sich damit erheblich von der rein kosmetischen Fußpflege. ( Onlineportal hautsache.de :https://www.hautsache.de/Die_Haut/Fuesse/Podologie-Ein-Streifzug-durch-die-Ge-schichte-der-medizinischen-Fusspflege.php März 2023).

1998 begann an der neugegründeten Schule für Podologie in Neuenbürg die erste Schulklasse ihre 2-jährige Vollzeit-ausbildung..

Schlussteil

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